03. Februar 2016

DER W IV – Track Attack II

Die „Track Attack“ geht in die zweite Runde. Heute auf dem Seziertisch: Ein Song, der doch nicht von Netzpolitik handelt, das Mantra des W und die Auseinandersetzung mit dem mächtigen Schinder eines jeden Kreativen: Der Zeit! Klingt sperrig? Lest, wie sich das Ganze in Musik und Gefühl ausdrückt! Aber Vorsicht: Es könnte die Neugierde steigern…

Neuland (Erinnerung ist Sperrgepäck)

Dennis:
Der Opener von IV und direkt ein Kopfnicker deluxe. Erzählt auf zerrige Art und Weise von Fernweh und dem Gefühl, weg zu wollen. „Weit weg von Routinen, die Freiheit zu fühlen.“ Weidner-Kenner werden das Grundmotiv des Textes wiedererkennen. Veränderung, kein Stillstand. Wenn es irgendwem an Motivation bedarf, seine Trägheit und seinen Alltag gegen neues und unbekanntes Land einzutauschen, der wird hier fündig. Dem Frosch ist jeder Sumpf ein Ozean, drum fühlst du dich mit jedem Kilometer, den du hinter dir lässt, freier. Neuuuulaaaand! Dirks Stimme nicht zu vergessen. Haut rein und knallt.

Till:
So isses. Schöner Einstieg ins Album, könnte auch live dabei sein. Der Song besteht zu gefühlten 80% aus Refrain und Dirk hat sich für das Solo eine Gitarre umgeschnallt, die auch Mike Ness mal wieder auf einer Social D.-Platte platzieren dürfte. „Neuland“ war eines der ersten Demos, die Stephan rum geschickt hatte und damit für das wohlige Gefühl sorgen könnte: Macht kein´Scheiß Jungs, bringt das Ding sicher nach Hause – dann wirds gut. Hat geklappt. Das Drumming klingt stellenweise nach „Machsmaulauf“, was ja auch nicht die schlechteste Referenz ist. (Wetten, Stephan schreibt, dass das Quatsch ist und ich wohl was an den Ohren habe – sowohl mit dem Social D.-Ding, als auch mit dem Getrommel, oder, Stephan?)

Marco:
Ich kann mich nur anschließen: Das ist ein eingängiger Kopfnicker und davon gibt´s auf der IV einige. Alles wirkt für mich insgesamt etwas reduzierter und fokussierter auf den eigentlichen Kern eines guten Songs. Für mich gehört „Neuland (Erinnerung ist Sperrgepäck) zu den Nummern, die das unterstreichen. Eingängiges Riff + guter Text = (meistens) guter Song. Am Anfang eine reduzierte Gitarre, dann das Einzählen auf dem Hi-Hat, was in Kombination mit den treibenden Drums direkt in den Fuß geht. Man könnte meinen, dass sich Stephan mit seiner Vergangenheit versöhnt und damit seinen ganz eigenen Frieden findet. Vielleicht verstehe ich den Song aber auch nicht, haha!

Stephan:
Gut analysiert, Freunde. Ich höre da zwar keine Social D. Gitarren und wundere mich, dass Marco meint den Text nicht richtig deuten zu können, der ist doch nicht so schwer zu verstehen: Die Sehnsucht greift nach der Ferne und die Fahrt auf einer breiten, langen Straße hilft beim Denken. Ich will dahin wo ich Fremder bin, ohne sperriges Gepäck und seelische Altlasten. Sich selbst zu genügen verleiht Flügel. Wenn überhaupt klingt das Gitarrenintro nach „The Cult“, mein lieber Till. (Aber das Solo nicht, das klingt nach Social D. auf „Sex, Love & Rock’n’Roll. Isso. – Anm. v. Till)

Zeit:

Dennis:
Am Anfang war die Zeit… Nein, am Anfang war das Demo von „Zeit“. Eins von einer episch kurzen Länge von 30 Sekunden und Stephans leicht neugierige Frage: „Uuund, wie findet ihr? Gut, nachdem sich aufgeklärt hatte, dass „Zeit“ als 30-Sekunden-Demo nicht funktioniert, gab`s in der nächsten Rutsche das komplette Ding. Und verdammt: Das Teil ist ein zeitloses (haha) Rockbrett, das hinten raus deutlich besser wird, als es anfängt. Man sollte sich also nicht von dem leicht schrägen Gitarrensound zu Beginn aus dem Konzept bringen lassen und allerspätestens beim Refrain ganz laut drehen. Thematisch geht es – ihr schlauen Füchse werdet es schon ahnen – um Zeit und um des Weidners Kampf mit ihr. Irgendwie check ich nicht vollständig, ob man sie jetzt ignorieren soll, um gegen sie zu gewinnen, oder ob das sowieso nicht klappen kann, weil Zeit nicht totzuschlagen und für immer unbesiegbar ist. Zumindest solange, bis deine Zeit abgelaufen ist. Wer schon mal versucht hat, mit Stephan zu skypen, während sein Terminkalender übervoll ist, der weiß, wovon er redet, wenn er „Die Zeit geht mir am Arsch vorbei“ singt. Der Award für das wahrscheinlich am häufigsten genutzte Substantiv in einem vierminütigen Song geht ebenfalls an „Zeit“ „wink“-Emoticon Anspiel und „Lautmach“-Tipp.

Till:
In Stoßzeiten reichen einem Stephan Weidner 24 Stunden pro Tag einfach nicht aus – gut, dass er dann gerne noch die Nacht dazu nimmt, um sein Pensum auch wirklich zu schaffen. Deswegen kommen die spektakulärsten W-Mails auch gerne mal morgens zwischen 3 und 5. So um den Dreh rum sind auch die meisten – oder zumindest einige – Texte der „Schneller, höher undsoweidner“ entstanden, wenn ich das richtig erinnere. Will sagen: Zeit ist im Hause Weidner viel relativer, als anderswo. Wenn es eng wird und eine Albumdeadline bevorsteht – und es wird immer eng und irgendeine Deadline steht immer bevor – faltet man einfach den Raum zusammen und kommt mit einer zündenden Idee am Ende der Zielgeraden wieder heraus. Hat immer geklappt, wird immer klappen. Aber es wird knapper… Ich musste doch etwas schmunzeln, als ich den Song hörte und den Text dazu gelesen habe. Im Stile eines Chuck Norris gilt: Stephan Weidner nutzt keine Uhren, um zu wissen, wie kurz vor 12 es ist – Uhren nutzen Stephan Weidner, um zu wissen, wie kurz vor 12 es ist. Musikalisch mag ich hier besonders den Gesang.

Marco:
Eine (musikalisch) ziemlich verkopfte Nummer, finde ich. Der Song beginnt mit einem schrägen Riff, welches durch eine zweite Gitarre oktaviert wird. Zum Inhalt haben Dennis und Till ja bereits sehr ausführlich geschrieben. Was instrumentell anfangs noch etwas bitter auf der Zunge schmeckt, wird spätestens beim Refrain und im Abgang zu einer wohligen Note, die bei mehrmaligen Hören durchaus zu gefallen weiß. Ich habe einige Durchläufe gebraucht, bis „Zeit“ bei mir gezündet hat. Gerade der treibende Refrain ist mir aber im Kopf hängen geblieben.

Stephan:
Die Zeit wollte ich schon lange mal thematisieren.
Um so älter du wirst, desto schneller vergeht die Zeit. Ich reiße die Uhren von der Wand, doch die Zeit will partout nicht still stehen bleiben. Meine Tage sind lang und stressig und meine innere Uhr ist am Arsch. Ich leide chronisch unter Zeitnot und wünsche mir nichts sehnlicher als ihr Herr zu werden. Herr zu sein über die eigene Zeit, das wäre doch was! Doch noch bin ich ihr Sklave, ein Sklave der Zeit und nicht ihr Gestalter. Das macht das Jetzt, die Gegenwart irgendwie wertlos. Ich muss mir die Zeit einfach nehmen und ihr eine Nasenlänge voraus sein, denn wer die Zeit verdrängt gewinnt das Leben. Wenn die ganze Scheiße hier vorbei ist steht auf meinem Grab „Endlich Ruhe!“
Ja, das Intro Riff ist schräg und das Solo noch schräger. Besser kann ich mein gespaltenes Verhältnis zur Zeit nicht in Noten fassen. Im einem Anflug von Unsterblichkeit ist der musikalische Rest, der Versuch mich mit ihr zur versöhnen, ihr die Stirn zu bieten, nein, den Krieg zu erklären, haha.

Keiner kann es besser als Du:

Dennis:
„Gehörst Du Dir, gehörst Du Mir? Gehörst Du Gott – Ich sage Dir: Lust auf Wasser, fahr ans Meer…“ Und ab geht die dreiminütige Gitarrenbrett-Fahrt mit einem W., dem der Bock auf den Track deutlich anzuhören ist. Ohrwurm, Hit, nennt es, wie ihr wollt. Ich habe null Ahnung vom künstlerischen Teil der Musik, aber scheiße – mich hat das Teil sofort gekickt und ich möchte „Keiner kann es besser als DU“ singend durch die Wohnung pogen und Erinnerung, Narben und Schmerz zerstören. Und während ich hier so sitze und versuche zu verstehen, was – oder wer – genau mit dem „Du“ gemeint ist, kann euch das der Till sicher besser erklären. Ich bin noch zu sehr mit tanzen beschäftigt. Persönliches Highlight auf IV.

Till:
Hä? Ne, ich bin auch nur „Grundkurs Weidner-Exegese“. Aber wenn man zumindest ahnt, dass ein Grundpfeiler des weidnerschen Denkens das „Think global, act local“-Prinzip ist, dann erschließt sich die Nummer doch ganz gut: Sei einfach die beste Version von dir selbst, die du sein kannst. Mit diesem Mantra im Kopf kann man nicht DIE Welt verändern, aber wenigstens seine eigene. „Du“ ist „ich“ und wenn jeder dem nächsten ein Plätzchen in seiner nicht ganz perfekten aber wenigstens sehr guten Welt verschafft, schafft das Synergien – und verändert vielleicht doch die Welt. Bevor man am großen Ganzen verzweifelt, ist es ratsamer, an den kleinen Schrauben zu drehen. Sei der Schmetterling, der den Orkan auslöst. Klingt nach einem patchouligeschwängerten Gedankenexperiment? Die musikalische Umsetzung knallt den Text ins hier, ins jetzt und genau in deine Lebenswirklichkeit. Nicht mein Lieblingslied auf dem Album, aber auf alle Fälle in den Top12!

Marco:
Blasphemie, Till! Die Nummer schafft es für mich locker in die Top5! Der Song startet direkt mit einem sehr treibenden Drum und geht mit einer sägenden Gitarre in die Strophe über. Ich habe die ganze Zeit dieses Gitarrenriff im Kopf, was den Gesang untermalt. Auffallend am Song ist, dass die Bridge länger ist, als die Verse selbst. An dessen Ende setzt eine Melodiegitarre ein, die mich den ganzen Song lang verfolgt und die sich bei mir ganz tief eingebrannt hat. Großartig! Insgesamt gehört für mich „Keiner kann es besser als du“ zu den (bislang) besten Nummern auf der IV. Der Song bringt alles mit: Sehr cooles Riffing, interessante Instrumentalisierung und ein lebensbejahender, positiver Text, der dein Ego poliert, wenn es mal Kratzer bekommen hat.

Stephan:
Der Song sprüht nur so vor Ideen und Kreativität. Die Fuzz Gitarre im Vers, die Effekte auf den Vocal Tracks, die vielen atmosphärischen Gitarrensounds und Layer. Voll Komplex und trotzdem leicht konsumierbar, das ist kompositorische Kunst und Schwierigkeit. Hier, wie ich finde, perfekt umgesetzt.
Was hat ein Mann wenn nicht sich selbst! Das gilt es zu verinnerlichen und zu kultivieren. Mut zum Risiko, sich nicht einfach so hinzunehmen wie man eben ist. Mach’ die Welt ein Stückchen besser und werde ein besserer Mann. Mein Mantra!

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29. Januar 2016

DER W IV – zum Vorbestellen

Hallo zusammen
Ab sofort ist W IV auch in den Online Stores vorbestellbar. Eine ganze Rutsche Pre-Order-Links, wie es in der Branche so schön unsubtil heißt, findet ihr unten.
Jeweils zur CD und – und damit gibt’s direkt die Bestätigung des Gewünschten – zur LP.

Schönes Wochenende,
Euer W Team

Amazon:
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LP: http://amzn.to/1OPmehg

Saturn:
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25. Januar 2016

DER W IV – Tracklist

Freunde,
wir haben noch einiges vor, bis es dann am Ende soweit ist und IV in euren Playern rotiert. Und da man Montage am besten mit frischen Neuigkeiten beginnt, hauen wir heute ein heißes Dutzend Songtitel raus. So wird das Album dann ab 04.03. in den Läden stehen:

01 Neuland (Erinnerung ist Sperrgepäck)
02 Mehr!
03 Zeit
04 Justitia
05 Faust auf Fresse
06 Ich komm‘ heim
07 Danke für mein Leben
08 Keiner kann es besser als du
09 Welt ohne Farben
10 Vorhaut, Kopftuch, Kruzifix
11 Sopa de Techo (Der Schmerz verlangt gespürt zu werden)
12 Wie wirklich ist die Wirklichkeit

Bis später,
euer W Team

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23. Januar 2016

DER W IV Track-Attack I

Wie versprochen drehen wir die Regler der Infofrequenz auf elf und starten mit der ersten von insgesamt vier Track Attacken.
Wir versüßen euch den Weg zum W mit drei ersten Songs von 12, die unterschiedlicher nicht sein könnten und gerade deshalb einen guten Überblick über das Album geben, das da ab dem 04.03. in den Läden steht. Und während Stephan sich über den grünen Klee lobt, gibt’s von Erdenberger und Diel unparteiische Worte, wir schwör’n!

Mehr!:

Dennis:
Weidner-Rockbrett 2016, ganz im Stile von „Heiss“ und Co. Der W hat ne andere Art zu fühlen, ne andere Art zu sein, ne andere Art zu leben. Die Art, bei der man mit den Eiern voraus alles geben muss. Der Refrain will unbedingt laut mitgesungen werden. Steht als möglicher Singlekandidat in den Startlöchern.

Till:
Wenn mal ein engagierter Lehrer einer interessierten Rockmusikklasse die Evolution zum Platzhalterdemo zum Hit demonstrieren möchte, sollte er sich dafür „Mehr!“ vorknöpfen. Denn eigentlich ist es ganz einfach: Man schreibt ein optimistisch rockendes Gute-Laune-Rockding, bastelt ein geschmackvoll-filigranes Gnidelignidelignideli-Solo rein, einen luftigen C-Part zum Durchatmen vor das große Finale und legt erstmal ein Esperanto-Kauderwelsch als Textplatzhalter drauf. Später überlegt man sich, dass ein „Yeeeeeah, Yeeaaah, Yeaah, yeeah, yeeah“ nicht so spannend klingt wie ein „Ich will Meeeehr! Mehr als nur leben! Ich will meeehr, meehr als nur Sein!“. Man könnte es lassen, wie es war und den Song Rihanna oder Helene Fischer geben. Oder man schreibt einfach einen Weidner-Text darüber, dass man sein ganz eigenes Hier und Jetzt gefälligst mit Würde, Engagement, Ehrgeiz und Spaß füllen soll. Fertig. Und das wird dann fast automatisch ein Livekracher, den die Leute lieben. Wetten?

Stephan:
Musikalisch siedle ich den Song irgendwo zwischen „Geschichtenhasser“ und „An die, die wartet“ an. Hohes Tempo, epischer Refrain und die Gitarren schön hart durchgeachtelt, Mit solchen Songs geht der Künstler wenig Risiko ein – wie man ja ganz wunderbar den Kommentaren von Dennis und Till entnehmen kann. Einfach gestrickt die Jungs, haha. Textlich geht es um die Sehnsucht nach Vollständigkeit, dem „Ich“ eine Identität zu geben und für das „Gute“ kämpfen zu wollen. Eine Art Wolf zu sein, der das Böse reißt.

Justitia:

Dennis:
Ein musikalisches Kleinod, eine knapp fünfminütige Geschichte über das Gefühl, die Freiheit entrissen zu bekommen und unschuldig an graue Mauern gekettet zu werden. Inspiriert von dem Gedicht „Invictus“ von William Ernest Henley, das Mandela täglich in seiner Haft gelesen und ihm geholfen haben soll, selbige zu überstehen. Der interessierte Onkelz und W Fan wird eine Textstelle wieder erkennen. Ein Highlight auf IV.

Till:
Ich frage mich: Offenbart die Aussage „Ich habe nichts verloren – nur meinen Glauben!“ eine pessimistische oder doch eine optimistische Weltsicht? Während „Justitia“ seine Runden dreht, sollte man darüber nicht nachdenken, denn die gut 5 Minuten fordern eine Menge Hirnschmalz, weil so viel drin steckt. Ein Song, der musikalisch und textlich für so manche Gänsehaut sorgen wird. Eher kein Kandidat fürs Liveset, weil es echt auf die Stimmung drückt. Aber man kauft eine DER W-Platte ja auch nicht, um dazu über die Gänseblümchenwiese zu tanzen. Hätte die Nummer einen dramatisch-dynamischen Pianomittelpart, dürfte sie die Mutter meiner Kinder werden. Stattdessen lockt sie dich mit einem harmlosen, kleinen Klimperintro auf so einen schaurig-süßen Within Temptation-Pfad, bevor sie dich so richtig in die Mangel nimmt. Und genau so spuckt sie dich wieder auf dem Pianopfad aus. Eine echte Herausforderung von Song. Deshalb bekommt sie immerhin ein Dauerbesuchsrecht. Für jeden Tag. Vorsicht: Suchtgefahr!

Stephan:
Intensiv, sehr intensiv der Track. Gewidmet meinem Freund Tomás Arroyo Rodríguez, der seid Jahren unschuldig im Gefängnis sitzt. Als großer Bewunderer von Nelson Mandela und seiner Geschichte, stieß ich beim Lesen seiner Biografie auf „Invictus“, einem Gedicht von W.E. Henley, das Mandela während seiner 26 Jahren im Gefängnis als Mutmacher und seelische Stütze diente. Im Refrain bediene ich mich bei Henley’s großartigen Worten – auch wenn ich Reimmaß und Satzstellung leicht geändert habe.

Vorhaut, Kopftuch, Kruzifix:

Dennis:
Ein Track, so sperrig und dunkel, wie die Zeit, in der wir gerade leben. Exorzismen unter’m Kruzifix, Bomben für den Frieden oder Sprengstoff für den Propheten? Am Ende des Tages bleibt die wage und bedrückende Hoffnung, dass dieser Kelch an uns vorübergeht und die leise Ahnung, dass der Rauch am Horizont keine Friedenspfeifen sein werden. Das mit Abstand düsterste Stück auf IV.

Till:
Wegducken ist feige und jeder Debattenbeitrag oberhalb der Schwachsinnsgrenze ist wichtig. Hinter dem Titel verbirgt sich keine Überraschung, sondern der nicht eben dezente Hinweis, dass es am Ende des Tages nicht auf die Transzendenz sondern den gesunden Menschenverstand ankommt. Klar, gute Laune sollte man hier nicht erwarten, dafür auf verdammt fette, schwermetallisch groovende Gitarrenarbeit, die man so bei DER W auch noch nicht gehört hat. Darf ich sagen, dass ich den Song musikalisch stärker finde, als textlich?

Stephan:
Du darfst. Auch wenn es, um beim Thema zu bleiben, blasphemisch ist. Ich sag nur „Gottes Zorn“ mein Freund, haha. VKK ist fies: Ein 7/8 Takt der am Ende der Bridge wieder 4/4 wird und zurück. Schwer, sauschwer und unmöglich rhythmisch dazu den Kopf zu bewegen, haha.
Lieber Till, das Thema ist heiß und heikel und nicht ganz einfach in einen kurzen Liedtext zu quetschen. Ich frage: Gibt es wirklich keinen Gott, oder schüttelt er permanent den Kopf, weil er machtlos im Himmel sitzt und feststellt, dass der Teufel gar nicht in der Hölle wohnt? Das Religiöse macht uns Angst. Gottes Krieger beten am Altar von Smith and Wesson. Gottes Acker ist ein Schlachtfeld voller feiger Mörder. Letztendlich sind IS und Co die Geister, die man politisch rief und die man bewaffnet hat. Haben fanatische Christen Jahrhunderte lang geplündert und gemordet, kommt nun die Gewalt zu uns zurück, das darf uns nicht wirklich wundern. Ein abendfüllendes und polarisierendes Thema, ich mach mal den Anfang…

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15. Januar 2016

DER W – NEUES ALBUM KOMMT AM 4.3.!

Liebe Leute,
Zeit für die erste kleine Infooffensive zum anstehenden vierten DER W-Album. Ihr habt doch nicht gedacht, dass wir euch im Dunkeln stehen lassen, oder?

Inzwischen sind wir endlich so weit, dass wir den Schleier lüften und ein paar wesentliche Details an euch raus geben können.
Während wir noch mit heißer Nadel an den letzten Riffs, Refrains und Riesenhits stricken, dürft ihr schonmal anfangen euch zu freuen.
Auf 12 Songs nämlich, die uns eine Menge Spaß machen, mal amtlich rockig, mal wohlig schwermütig und mal für W-Verhältnisse regelrecht euphorisch daher kommen.
Auf ein Artwork, das ehrlich gesagt ein wenig düsterer ausfallen wird, als die Platte – uns aber allen schon ein paar angenehme Schauer über den Rücken gejagt hat (ja, so oder so ähnlich könnte das Cover tatsächlich aussehen).
Auf ein paar Nummern, deren Titel mal plakativ („Faust auf Fresse“), („Keiner kann es besser als du“), („Vorhaut, Kopftuch, Kruzifix“), mal ein bisschen poetischer („Der Schmerz verlangt gespürt zu werden“) rüber kommen.
Und natürlich dürft ihr euch schon auf den 4.3. freuen, denn da wird das gute Stück an den Start kommen – wenn alles gut geht, unsere Rechner nicht abrauchen und dem Presswerk nicht die Rohlinge ausgehen. Ha, ha…

So lang erstmal – in den nächsten Wochen gibts natürlich häppchenweise mehr. Bleibt dran!

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30. Dezember 2015

ROCKE IN FRIEDEN, LEMMY!

Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister, die Rock’n’Roll-gewordene Antithese zum „Nur die Besten sterben jung“, ist gestern spät aber dennoch viel zu früh von uns gegangen.

Das Rock’n’Roll-Grundrauschen, das immer da war, ist auf einmal weg. Er war Motörhead, er spielte Rock’n’Roll und er war ein verdammt großer Mann, der jedem, der jemals eine Stromgitarre in die Hand genommen oder nur angeschaut hat, einen mächtigen Lichtgeschwindigkeits-Overkill-Arschtritt in die richtige Richtung verpasst hat. Er war auf eine einzigartige Weise innovativ, hat wichtige Werte im Leben und der Musik definiert und gelebt.

Es war mir eine besondere Ehre, für ihn einige Shows zu eröffnen – und es war jedesmal ein bisschen unwirklich, wenn er mit MOTÖRHEAD, die wir alle verehrt haben, vor uns auf einer ONKELZ-Bühne gestanden hat. Irgendwie haben sich ja alle seit einigen Jahren vor diesem Tag gefürchtet, aber dann doch wieder gedacht: „Okay, es scheint nicht gut zu stehen – aber hey, es ist Lemmy, was soll schon passieren?“
Nun ist es tatsächlich passiert und dieser ganz besondere Typ – im besten Sinne – hat seinen Rickenbacker endgültig abgeschnallt und richtet sich gerade da oben irgendwo zwischen seinem alten Chef Jimi Hendrix und Ronnie James Dio ein. Mit einem schönen Jack Daniel´s und einem im „Ace Of Spades“-Speed-blinkenden Spielautomaten.
Ich vermisse ihn jetzt schon und sende mein tief empfundenes Beileid an seine Familie, Freunde, an Phil und Mikkey und alle Rock’n’Roll-Fans auf der Welt.

Lasst uns heute ein paar MOTÖRHEAD-Nummern spielen, ordentlich aufdrehen – und dafür sorgen, dass es auch ohne ihn nicht so schnell leise wird.

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09. Dezember 2015

Vorverkaufsstart!

Liebe Leute,
Es geht los!

Kleine Hallen, großer Spaß, neues Album, alte Klassiker: Der Vorverkauf zur DER W-Tour 2016 ist gestartet.
Während wir noch das Album zusammen schrauben, könnt ihr euch schonmal für April eindecken.

Ein bisschen Kontrastprogramm, endlich wieder Nahkampf – wir freuen uns sehr stark drauf! Wen sehen wir wo?

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09. Dezember 2015

News zum neuen DER W Album

Freunde des W

Wir feiern Produktionsbergfest – und so langsam kommt zutage, wie unser neuestes Werk klingt und wirkt.

Zeit, euch auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen:

Wir nehmen in insgesamt 4 Ländern auf: Dublin, Ibiza, Florida, Berlin waren und sind die Stationen. Ob und wie sich das auswirkt weiß ich nicht genau. Die Songs klingen sehr homogen und nicht nach vielen Studios, was auch definitiv nicht beabsichtigt gewesen wäre.
Deutsch klingt das Album aber auch nicht, die Lyrics mal ausgenommen.
In jedem Fall steht das neue Album auf der hellen Seite: Es hat Tiefe, ist nicht ausschließlich optimistisch, bleibt aber immer positiv. Das Album lebt, definitiv! Die meiste Zeit lassen wir es ordentlich krachen ohne gegen die Wand zu krachen.

Es enthält ausreichend leise Töne, driftet aber nie in den Kitsch ab. Textlich hatte ich schon ganz leichte Bedenken, meinen eigenen Ansprüchen und euren Erwartungen nicht 100 prozentig gerecht werden zu können, die Latte lag verdammt hoch.
Nun, da alle Worte meinen Kopf verlassen haben stelle ich erleichtert fest, es gibt in unserer wackeligen Welt doch noch Konstante. Mein Bewusstsein aber ist ein Ort, den man Nachts auf keinen Fall allein besuchen will, haha. Kurz und knapp, das Album wird richtig rund.
Wie rund müsst am Schluss ihr beurteilen.

Wenn nichts dazwischen kommt, steht das Teil Anfang März im Laden – dann bliebe euch genug Zeit, textsicher unsere Konzerte im April zu besuchen. Für mich gilt natürlich gleiches, haha.
Einen Namen hat das gute Stück noch nicht und es kann sein, dass es dabei bleibt. Oder wir nennen es einfach „4“.

Ein bisschen Spannung ist hier noch drin.
Erst mal

Euer W

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03. Dezember 2015

DER W Tour 2016

Ganz frisch eingetroffen, die Tourneedaten für 2016.
Alles Läden in denen dir der Schweiß direkt in den Amp tropft. Los geht’s!

03.04.2016 Osnabrück Rosenhof
04.04.2016 Bochum Matrix
05.04.2016 Stuttgart LKA
06.04.2016 Nürnberg Hirsch
07.04.2016 München Theaterfabrik
09.04.2016 Innsbruck MusicHall
10.04.2016 Lahr Universal D.O.G.
12.04.2016 Köln Essigfabrik
13.04.2016 Hamburg Große Freiheit
15.04.2016 Dresden Alter Schlachthof
16.04.2016 Erfurt Stadtgarten
17.04.2016 Berlin Huxleys
19.04.2016 Neu Isenburg Hugenottenhalle
20.04.2016 Hannover Capitol
21.04.2016 Magdeburg Altes Theater

Exklusiver Online Pre-Sale über Eventim, Ticketmaster und MyTicket: Mittwoch 9.12. 10:00 Uhr
Allgemeiner Vorverkauf: Samstag 12.12. 10:00 Uhr

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27. November 2015

In Erinnerung an Markus Löffel – Mark Spoon

In Erinnerung an Markus Löffel – Mark Spoon

R.I.P. 27.11.1966 – 11.1.2006

Wir vermissen dich.

Zwischen Traum und Paralyse – Live in Berlin

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