Knapp eine Woche ist jetzt das Tourfinale in München her.
Eine Woche, die wir alle nutzen konnten, um das Geschehene zu resümieren. Was haben wir anfangs gezittert, also vor Berlin – und auch ein bisschen noch danach. Klappt das alles überhaupt? Geht das (irgendwie)? Jetzt, wo alle Gigs gespielt wurden, die spielbar waren, ist die Begeisterung groß und die Enttäuschung derer, die nicht zum Zuge gekommen sind, hoffentlich einigermaßen klein.
Neues hatten wir. Ein “gefaceliftetes” Tourtagebuch, das Spaß machen sollte und – so denke ich jedenfalls – vielen von euch auch Spaß gemacht hat. Vine und Twitter anyone? Da war doch was… Bilder der Band in Strandkörben, kurz vor dem Gig einen kleinen sechs Sekunden Clip mit Pe, der in Berlin “Hallo” gesagt hat, und über dessen Gesellschaft man sich immer freut. Und Gänsehaut gab es. Nicht in kleinen Schüben, sondern in Neu-Isenburg in einer geballten Attacke. Der Künstler, der anfangs noch so mit sich haderte, der hat dort seinen Frieden mit sich und dem Umstand gemacht, das man auch schwerst sediert und unter heftigsten Schmerzen stehend, ein mehr als solides Konzert spielen kann.
So viele kleine und große Highlights während dieser Reise durch die Republik. Großartige Stimmung und herrliches Wetter in Köln. Dazu ein gepflegter Anfall von akutem Kollektiv-Dünnschiss. Ein Gitarrist am Rande der Dehydrierung und ein paar schicke, hinter der Backdrop versteckte Kotzeimer, falls es mal ganz eng hätte werden sollen.
Großartige Supportbands, oder? In Berlin gab es gleich zweimal das große Brett mit Boykott und Toxpack, letztere bis Köln mit echten Anheizerqualitäten im Gepäck und sicherlich mit ein paar neuen Fans nach den Shows. Dunderbeist? Sympathisch bis zum Abwinken; coole Norweger, die einen ziemlich biestigen Rock ablieferten. Bis zum Schluss Vollgas trotz Schminke. Die fette Nummer in Frankfurt nicht zu vergessen. Die Rock`n`Roll Overdose zu Gast in der Hugenottenhalle. Psychopunch, Supercharger, 77, The New Black und die V8 WIXXER. Dazu eine Gästeliste, mit der man ohne weiteres eine Litfaßsäule hätte tapezieren können.
Dazwischen in jeder Stadt Meet & Greets.
Gewinner der Loyality gets Rewarded Aktion durften sich freuen, über gut aufgelegte DER W Bandmitglieder. Über nähere Details zum Unfallhergang Weidners (Das Fahrrad sollte er besser direkt verschrotten. Nicht verkaufen – schlechtes Karma hängt in diesen Pedalen gefangen) und über allerlei Fotos, Autogramme und Small-Talks. Alles total entspannt.
Wir machen hier mal einen kleinen Cut. Meine Rückbetrachtung der Ereignisse ist unwichtig und die des Hauptakteurs werdet ihr schon in wenigen Tagen an dieser Stelle zu lesen bekommen. Stattdessen müssen wir noch was nachholen – in Kurzform und schnell die beiden letzten Städte der Tour abhaken: Bremen und München.
Für Bremen gibt es einen kleinen, aber feinen Nachbericht von Dominik Schober, eines der beiden neuen Gesichter des DER W Forums. Moderator DO_05. Here he goes:
Bremen also war der Ort, an dem ich meinen persönlichen Tourabschluss feiern durfte. Nach intensiven 5 Gigs ist nun Schluss. Für meine Verhältnisse war ich relativ früh am Pier2 und genoss die Ruhe vor dem Sturm. Bremer Freunde und ich versammelten uns und stießen auf das an, was dort im Pier auf uns wartete.
Kurz vor Einlass begann es leicht zu regnen, irgendwie passte das zur Gemütslage kurz vorm Ende der Tour. In der Halle angekommen, orderte ich mir einen schicken Platz abseits der Bühne. Viele bekannte Gesichter stießen dazu und hie und da wurden Fotos gemacht und Erlebnisse der Tour und vorherigen Touren ausgetauscht. Leute aus dem Blog, Facebook und Forum prosteten sich zu. Ich für meinen Teil traf den einen oder anderen zum ersten Mal. Auf ein baldiges Wiedersehen!
20 Uhr, eifrige Konzertbesucher wissen sicher, dass es Zeit ist, sich in Position zubringen für DUNDERBEIST. Auch wenn ich persönlich noch nicht ganz warm geworden bin mit den Jungs aus Norwegen, sehe ich in den Mengen immer mehr, die sich voll und ganz auf die Norweger-Combo einlassen und auch ich erwische mich beim Gedanken dabei, mich nach der Tour mit Dunderbeist ein wenig mehr zu beschäftigen.
Fixer Umbau und schon ertönten die Klänge des FUROR Intros und gleichzeitiger Start der Operation Transformation. DER W nach dem bitteren Angriff der Magen-Darmkrieger wieder voll in Ihrem Element. Keine Anzeichen der Wehwehchen der Vortage.
Auch wenn es mein fünftes Konzert der Tour ist, bin ich noch immer geflasht von der Setlist dieser Tour. Ein Rockbrett durch und durch. Persönlich freu ich mich jedes Mal auf “Pack schlägt sich, Pack verträgt sich”. Das Outro des Songs inkl. der Bandvorstellung hat einfach was.
Hier sei auch erwähnt, dass die Pogoeinlagen immer wieder cool vonstattengegangen sind. Bekannter von mir mit leicht lädierter Hand raus gekommen, aber faire und Hilfsbereite Pogoianer trifft man halt nur auf W-Konzerten.
Den Beginn des Zugabenblocks erlebte ich am Bierstand – ich hatte die Pause irgendwie länger in Erinnerung. Nichtsdestotrotz hallten durch das Pier 2 die vertrauten Silben “W-ZWO-DREI!!”.
Das Highlight mit “Kafkas Träume” geht live nochmal runter wie Frittenfett oder in Bremen runter wie Fischöl. DER W verabschiedeten sich wie jedes Mal dieses Jahr mit REGEN und den dazu passenden Worten von Stephan.
Nach der Show plauschte ich noch kurz mit Stephan, erkundigte mich nach seinem Zustand und war erleichtert zu hören, dass er immer mehr aufm Weg der Besserung ist. Außerdem stellte ich fest, dass ich in Zukunft die ein oder andere W-Hochburg mehr besuchen sollte.
Trotzallem verlasse ich nun das Tourboot, passend dazu in Bremen und verkrieche mich in mein Sauerstoffzelt, bevor ich dann meine nordischen Zelte abbreche und mich wieder nach Berlin aufmache.
Auf ein W-iedersehen!
Dominik Schober
Danke, Dominik. Überhaupt mal ein Dankeschön an dieser Stelle an unsere Tourtagebuch-Gäste. An Sarah Rademacher, Tobias Stark, David Barnigeroth und Dominik Schober.
München stand als nächstes – und als letztes auf dem Plan. Das große Finale, das dann auch – Stephan hat es gerade noch mal bestätigt – ein würdiger Abschluss war.
Zunächst war da eine ziemlich lange Strecke zu bewältigen. Man kann sich sicherlich vorstellen, dass eine derartige Tour für jeden Fahrer eine immense Herausforderung ist, und so musste hier kurz personell gewechselt werden, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.
Gäste aus München hatten sich angekündigt, aus dem Maffay Büro. Und nicht nur das, vom Peter gab es erneut einen schönen, handgeschriebenen Brief an Stephan (erinnert euch an 2004, Onkelz-Abschluss in Hamburg), der ihm überreicht wurde.
Dunderbeist spielten ihren letzten Gig, aber davor noch die Eschenbacher. Ohne Nils, der hatte die Band schon ein paar Tage vorher verlassen, dafür aber mit viel Enthusiasmus und Energie. Immer wieder rockbar, die Eschis. Kommen auch immer besser an. Dann die Norweger. Letzer Gig einer für sie sehr respektablen Tour. Ich erwähnte es ja bereits mal: Von Stadt zu Stadt unterschiedlich, aber immer im grünen Bereich bei der W-Crowd. Applaus muss man sich verdienen und den haben sich die Jungs verdient. Von Köln bis München.
Der DER W Gig war sehr stark. Stark insofern, weil die Band gut drauf war, das Publikum es im (eigentlich nicht existenten) Stimmungsranking in die Top-Five geschafft hat und es zwei witzige Anekdoten zur Show gibt.
Erstere: Vor Regen die Ansage Stephans. “Wir spielen einen Onkelz-Song.” Jubel. “Wir covern jetzt, weil… ” Jubel. Tja und dann… Dann sagt der W doch glatt Mexico an, anstatt des Regens. Was war das denn? Das Publikum, sichtlich erfreut und verwirrt gleichtzeitig, nimmt den Ball natürlich sofort auf. Mexico, Mexico, Mexico. Eine Halle vereint in Glückseligkeit und der stillen, gaaaanz leisen Hoffnung, DER W möge die Stelle zum Tanzen zum Besten geben. Nach dem Konzert meinte Stephan zu mir, er wolle die Fans eigentlich nur ein bisschen verscheißern. Auf die liebevolle, gut gemeinte Weidner-Art. Die versteht aber nicht jeder und das ist auch nicht jeder Manns Humor. Die Geister, die der Sänger da rief, wurde er jedenfalls nicht so schnell los. Egal, irgendwann machte Stephan das, was er schon so oft getan hat: den gefürchteten weidnerischen Halbernst hervor- und das Publikum runterholen. Beim W gibt es kein Mexico. Auch dann nicht, wenn der Sänger es selbst ansagt. Muss sich für die lautesten Mexico-Rufer angefühlt haben, wie Petting ohne Höhepunkt, aber lustig war es trotzdem. In einem solchen Fall vielleicht doch mal die Les Humphries Singers covern. War ja schon mal im Gespräch, damals, 2009.
Sammy von den Broilers sagte backstage in Köln, dass er es geiler finden würde, wenn der Geschichtenhasser nach dem Regen käme.
“Man muss doch die Leute mit einem W-Song nach Hause schicken”, war sein genauer Wortlaut. Und das taten die Jungs in München das erste Mal auf der Tour. Der Geschichtenhasser beendete diesen furiosen, höchst unterhaltsamen Abend und damit die Tour. Hat sich richtig angefühlt, oder?
DER W live 2013 war ein Ereignis. Ein Event mit vielen Fragezeichen und Unkenrufen im Vorfeld. Alles wurde weggewischt, der größte Schmerz zuerst sediert, dann ignoriert und zu guter Letzt gab es dann auch das erste, nicht alkoholfreie Bier für Stephan auf dieser Tour. Es blieb bei einem. Oder bei zweien. Denn der große Durst nach dem Gerstensaft wollte sich nicht einstellen, und das trotz wochenlanger Abstinenz.
Ein gelungener Abend und der wunderbarer Finisher einer sehr schönen Tournee.
Machen wir einen kurzen Sprung in die Gegenwart. Die Band ist daheim, Stephan relaxt und gönnt sich die wohlverdiente Ruhe. Und ich möchte die Gelegenheit nutzen, auch kurz “Dankeschön” zu sagen. Es war mir eine Ehre, für euch zu berichten und auch durch die Meet & Greets zu führen. Ich hoffe, ihr hattet Spaß. Schickt mir euer Feedback gerne an Dennis.Diel@der-w.de und vielleicht gibt es ähnliche Aktionen ja wieder – wer weiß?
Den Abschluss lasse ich einem anderen Frankfurter Original. Denn das Zitat passt so gut wie kein anderes, das mir einfallen will:
Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es auch nicht das Ende.
Danke an alle. Bald mehr vom W.
Dennis Diel










