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VagabundosDeLujo-12(2)

Die Tour aus Sicht von Barish („VAGABUNDOS DE LUJO“)

Gepostet am 18. April 2016

Die Tour war für uns bislang eine erstaunliche Reise voller spannender Geschichten. So viele verschiedene Gesichter, so viele bewegende Momente. Und weil es ja noch ein bisschen weiter geht, große Highlights wie Neu-Isenburg und Berlin noch vor uns liegen, will ich euch heute mal ein bisschen von dem erzählen, was wir auf der Tour mit Stephan, seiner Band und seiner Crew bislang so erlebt haben. Ein gutes Dutzend Anekdoten, die ich euch in kleinen Happen servieren werde, solange die Erinnerungen daran noch frisch sind.

Vielen von euch – wahrscheinlich den meisten – dürften wir gänzlich unbekannt gewesen sein, bevor wir vor über eineinhalb Wochen in Osnabrück das erste Mal vor euch saßenund gespielt haben. Wer sind also diese zwei Typen mit ihren Gitarren? Denis Stern und ich lernten uns vor knapp 14 Jahren in Spanien kennen. Wir waren echte Vagabunden (so viel zur Namensentstehung…), Landstreicher, ohne festen Wohnsitz. Denis kam aus St. Petersburg und ich pennerte so in Hamburg vor mich hin. Irgendwann trafen sich unsere Wege auf der Insel Ibiza. Spanien ist wärmer, viel angenehmer und am Strand der Insel sind wir nur zwei von ganz vielen schrägen Typen. Entgegen der landläufigen Meinung, zählt dort am Strand nicht, wo du her kommst und wie viel Kohle du einstecken hast. Zwei von ganz vielen Leuten, die auf der Suche nach irgendwas sind, fallen dort viel weniger auf, als man denken könnte. Und so machten wir dort Musik. Erst am Strand, dann auf der Strasse und in Bars. Danach kamen Clubs und kleine Festivals in Spanien, Russland, Rumänien und der Schweiz. In 2014 haben wir das erste Mal in Deutschland gespielt. Auf dem Wacken Open Air. Da haben wir 4 Mal die Biergartenbühne gerockt und haben in 2015 mit Udo Dirkschneider das Landkonzert des Full Metal Cruise in Ibiza gerockt.

Irgendwann lernten wir Stephan kennen. Das muss so vor ca. drei Jahren gewesen sein. Da war er gerade dabei, den Club „Veto“ zu eröffnen und sich damit einen Lebenstraum zu erfüllen. Stephan wollte einen Club, den er als Besucher der Insel selbst vermisst hatte. Einen Ort des Andersseins, an dem die Musik gespielt werden sollte, die man auf der Insel sonst nicht zu hören bekommt. Rock, Alternative und alles, was „Eier hat“. Und so ist man sich begegnet. Stephan war sehr interessiert an unserer Geschichte und wir wurden enge Freunde. Mittlerweile habe ich sogar seinem Sohn Elvis ein bisschen Gitarrenunterricht gegeben und so oft es ging, hing man zusammen ab.

Irgendwann hörte Stephan unsere Musik und versprach uns mit auf Tour zu nehmen. Und weil der Weidner ein Ehrenmann ist, sitzen wir jetzt vor euch und haben einen mega Spaß.
10 großartige Tage liegen hinter uns und ich möchte euch ein bisschen teilhaben lassen an dem, was wir so aufgeschnappt haben. Da geht es ganz viel um euch – die wahren Helden des Rock `n Roll, die jeden Abend eine Energie erzeugen, die ich bislang so noch auf keiner Rockshow gesehen habe. Und es geht auch um uns, um Stephan, die Crew und die vielen anderen Menschen, denen wir aus eurer einzigartigen Fangemeinde begegnet sind und die ihre Träume, Geschichten und Ängste nach jeder Show mit uns geteilt haben.

Die erste kleine Anekdote nenne ich:
„Freunde auf Reisen“

Es ist die Geschichte von Markus Patrik und Henning, die dem W und seiner Band auf allen Konzerten hinterherfahren, die im Norden Deutschlands stattfinden. Patrick ist Hardcore-Schalke 04-Fan, Henning ist Hardcore-Borussia-Dortmund-Fan. Henning hat sich das fette BVB 09 Logo auf die Brust tätowiert und Patrik trägt „blau weiß“ auf der Schulter. Henning trainiert sogar eine C Jugendmannschaft in seiner Freizeit. Die beiden sind eigentlich durch die Farben getrennt – besonders im Ruhrgebiet nimmt man die Zugehörigkeit zu seinem Fußballverein ja ernster, als mancher die Ehe oder Konfession, aber die Jungs sind die dicksten Freunde, die man sich vorstellen kann. Markus ist der „Fels in der Brandung“. Er redet nur, wenn er muss, aber durch seine coole Art macht er dieses besondere Trio komplett und rundet es ab. Erzählenswert ist die Geschichte der Drei, weil die Art ihrer Freundschaft in eurer Fangemeinde so normal ist. In einer oberflächlichen, fast schon verfaulten Welt, in der das System die Menschen voneinander entfremdet, damit man uns besser kontrollieren und ausbeuten kann, ist die Freundschaft unsere letzte Rettung. Gesehen zu haben, wir ihr alle das Wort „Freund“ in Ehren haltet, hat mich tief berührt, weil es auch die Freundschaft war, die Denis und mich davor bewahrt hat, für den Rest unseres Lebens Scheiße fressen zu müssen.

Die zweite kleine Tour-Anekdote nenne ich „Das Ei von Stuttgart“, weil so viel von euch danach gefragt haben:

Stephan hat seit mehreren Jahren „BAM BAM“ mit an Bord. Der ist zuständig für alles, was mit der Sicherheit und dem Wohl der Künstler zu tun hat. BAM BAM sieht aus, wie ein unbesiegbarer Krieger aus einem Fantasyfilm und ist natürlich Kampfsport- Spezialist. Bam Bam sieht und hört alles, was vor sich geht und ist dem Chaos immer einen Schritt voraus. Trotzdem findet er noch Zeit uns Streiche zu spielen und wenn wir „Scheiße bauen“, kommt Bam Bam und biegt alles wieder gerade… Eigentlich ist er unser aller Mary Poppins.

Als Denis und ich in Stuttgart auf die Bühne gingen, lag jeweils an beiden Stühlen ein hübsches, mit viel Liebe bemaltes Osterei. Diese Eier hat der liebe Bam Bam dort in aller Seelenruhe drapiert, nur um unsere leicht verdutzten Gesichter zu sehen und vielleicht dem einen oder anderem glauben zu machen, es handele sich um Voodoo.
BAM BAM ist immer da, wo es brennt. Ich weiß noch genau, wie er uns einmal wortwörtlich das Leben gerettet hat, als ich lässig – mit Kippe im Mund – die Gasflasche an unserem Camper, mit dem wir dem Tourbus hinterher gondeln, wechseln wollte. Es war einfach scheiße kalt an dem Tag und die Gasflasche war leer. Bam Bam hatte das gesehen und mich in seiner unnachahmlichen Art gefragt, ob ich denn wüsste, was passiert, wenn das Gas an meiner Kippe ankommt. Seitdem guckt Bam Bam immer ganz genau hin, wenn ich irgendwas am Camper mache. Bam Bam ist immer der Erste, der kommt und der Letzte, der geht. Er hält allen den Rücken frei und hat immer gute Laune. Bam Bam wir danken dir !!!

Fortsetzung folgt…

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