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Drei weitere Geschichten

Gepostet am 25. April 2016

Barish von den Vagabundos de Lujo entlässt euch in den Sonntagabend mit drei abschließenden Geschichten, die er – zusammen mit Denis und euch – auf der hinter uns liegenden W-Tour erlebt hat. Einmal geht es um unser aller Lieblingsspandauer – Produktionsleiter Stefan Kempe, dann einmal um die „W-Familia“ aus dem Onkelz und W-Forum und zu guter Letzt um den letzten Tag auf Tour in Magdeburg. Viel Vergnügen. Feedback zu den Jungs und den Geschichten von Barish sind gerne in den Kommentaren oder via Mail an Hauptquartier@der-w.de gesehen.

Ein ferner Kerl:

Die Redewendung: „Das ist ein feiner Kerl“ – die kenne ich noch von meinem Großvater, und wenn ich erklären müsste, was sie bedeutet, dann würde ich ein Foto von Stefan Kempe zeigen.

17 Personen, ein Bus, ein Laster und ein Camper. Über 5000 Kilometer Strecke, 15 Shows, 15 Hallen und Veranstalter, ständig wechselnde Gästelisten, Aufbau, Abbau und die dazugehörigen Zeitpläne. Das alles und noch viel mehr muss irgendwie koordiniert werden. Eine riesige Kutsche mit vielen Zügeln, die alle in den Händen von Stefan Kempe zusammenlaufen. Er navigiert die Karawane des W durch „Wind und Wetter“ und sorgt mit Ruhe und Professionalität dafür, dass ihr ab 20h in der Halle mit uns feiern könnt. Ein Leitwolf, der nur wenige Worte braucht, aber keine Fragen offen lässt. Allerdings lässt sein verschmitztes Lächeln darauf schliessen, dass „der Kempe“ auch ordentlich die Sau rauslassen kann, wenn gefeiert wird – nach getaner Arbeit, versteht sich! „Der Kempe“ – immer korrekt, immer fair und stets freundlich, egal wie sehr der Boden brennt.

Von uns verdient er besonderen Dank, da er uns ein paar Dinger hat durchgehen lassen, die eigentlich nicht auf der Hausordnung standen „wink“-Emoticon. Er hat uns auch geholfen einen guten Job zu machen, und dem einen oder anderen Fan vom W eine Freude zu bereiten –
eben ein feiner Kerl!

La Familia:

Als wir in Innsbruck ankamen, führte uns der Veranstalter in eine kleine Kneipe, direkt neben der Halle. Dort haben wir dann eine sehr coole Gruppe von Freunden kennengelernt, die wir noch in unterschiedlichen Konstellationen auf vielen anderen Shows in verschiedenen Städten wieder trafen. Das waren Mitglieder der BO Fangemeinschaft „La Familia“ – und die wissen wie man feiert!! Und sie fahren viele hundert Kilometer um dies mit dem W zu tun. Respekt! Zwei von euch sind mir in besonderer Erinnerung geblieben:

Einer davon ist der Chriz, der einen Hut trägt, an dem er drei Spielkarten befestigt hat. Diese hat er mit seinen besten Freunden vor einigen Jahren nach einem Konzert gefunden. Seitdem trägt er den Hut immer dann, wenn er auf ein Konzert geht. Und weil die Spielkarten für immer an dem Hut befestigt sind, trägt er den besonderen Moment von damals immer bei sich und seine Freunde sind dann irgendwie auch dabei. Ein wahrer Freund!

Der zweite Mann von „La Familia“, der mich schwer beeindruckt hat, war der Jo.

Jo ist blind und hat uns ein unfassbares Kompliment gemacht. Er sagte, dass unsere Musik Bilder in seinem Kopf entstehen lassen, und diese Bilder hat er für uns gemalt. Als wir die Bilder sahen, konnten wir es kaum fassen, da sie unsere Geschichte erzählen und besser gezeichnet sind, als es so mancher „Sehende“ hätte malen können. Das ist aber noch nicht alles: am unteren Rand las ich dann die Worte „nihil fit sine causa“, was soviel heisst wie „nichts geschieht ohne Grund“. Das ging direkt ins Herz, denn es gibt drei Dinge an die Denis und ich fest glauben: Nummer eins ist die Überzeugung, dass ein nasser Mensch den Regen nicht zu fürchten braucht. Daraus ergibt sich Nummer zwei: “carpe diem“ – also nutze den Tag, im Sinne von lebe was du kannst, oder wie der Stephan sagen würde: “Ich will mehr…mehr als nur leben…mehr als nur sein!“ Der Glaube daran, dass nichts ohne Grund passiert, suggeriert uns die Geborgenheit einer kosmischen Ordnung, die uns alle umschliesst und Hoffnung, Kraft und Träume schenkt.
„La Familia“: bleibt wie ihr seid und keep on rocking!

Der Letzte Tag:

Wer glaubt, der W lungert zwischen den Shows in extravaganten Hotels herum und schmeisst den Fernseher aus dem Fenster, der hat zu viele schlechte Filme gesehen. Gerade für Stephan war es auf der Tour besonders wichtig, immer hellwach, konzentriert und top fit zu sein, und er hat im Bus ganz hinten geschlafen! Der Fahrer hat mir erzählt, das sei der unangenehmste Platz im ganzen Bus, weil die Anhängerkupplung so ziemlich genau unter der Koje befestigt ist und während der Fahrt ständig Krach macht. Um das auszugleichen, achtet der Stephan auf seine Ernährung und zieht jeden Tag ein knackiges Sportprogramm durch.
Da in Magdeburg die Sonne schien, fing der letzte Tag der Tour auch genau so an. Erst zum Frühstück und dann zum Sport. Weil das Wetter so schön war entstand eine denkwürdige Szene:

Stephan, Bam Bam und Kempe trainierten draußen, vor der Halle – in der Sonne. Daneben saß ein Teil der Crew in Campingstühlen, auf dem Boden mit einem Bierchen in der einen, und Zigaretten in der anderen Hand, und sonnten sich. Manche haben sogar mitgezählt als Stephan seine Liegestütz`gemacht hat. 138 Liegestütze,144 sit ups – und ganz viele andere Quälereien, die sich Bam Bam während der „W Trainingseinheit“ noch ausgedacht hat.

Dann war Sound Check und alle waren wieder voll konzentriert auf die anstehende Show. Um 20.30 Uhr habt ihr dann eine Zugabe von uns verlangt….unfassbar. Eine Zugabe als Vorband vom W – da sind wir besonders stolz drauf. Danke Magdeburg!
Danach kam der W… 2… 3 …und hat ordentlich abgeliefert. Ich stand ganz hinten in der Halle und konnte spüren, wie die Wand vibriert.

Nach der Show saßen wir alle zusammen noch kurz im Backstage, erzählten uns ein paar Anekdoten aus den letzten drei Wochen und dann kam der Abschied. Dirk wurde abgeholt, um am nächsten Tag sofort ins Krankenhaus in Hamburg gehen zu können. Henning ist mitgefahren, da er ja in Berlin wohnt und JC musste mit Stephan und der Crew im Bus wieder zurück nach Frankfurt fahren, um dort seinen Flieger in die USA nehmen zu können. Auch Peter, der sich auf allen Shows um Stephans und unseren Sound gekümmert und einen „Top Job“ gemacht hat, nahm Abschied von den Jungs und von Marinela, die drei Wochen lang der gute Geist der Vagabundos war. Sie hat uns von Stadt zu Stadt gelotst, mit den Veranstaltern unseren Papierkram erledigt, unsere Gästelisten organisiert, das Merchandise verkauft und jeden Tag dafür gesorgt, dass Denis und ich die Tour genießen und gute Shows spielen konnten.

Da in den letzten drei Wochen bestehende Freundschaften gestärkt und neue Freundschaften geknüpft wurden, war der Moment des Abschieds sehr emotional und hinterliess große Vorfreude auf ein Wiedersehen. Bis bald.

Euer B.

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